Erstarrt

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Dieses Leben ist nicht das, was ich wollte.
Ich bin erstarrt
vor Entsetzen über unsere Welt,
vor der Kälte der Gefühle der Menschen,
vor mir selbst.
Ich will hier raus!
Ich stehe vor dem Spiegel.
Das Leuchten meiner Augen ist längst erloschen und ich flehe mich stumm an, mich aus diesem schlechten Traum zu holen.
Bitter kommt die Erkenntnis, ich habe mich verloren, irgendwann, irgendwo.
Es ist dunkel und die Nacht ist schon alt..
An Schlaf ist nicht zu denken.
Fort sind alle Träume und die Ideale, ich könnte die Welt verbessern.
Stehe allein in weiter Flur und ertrug die mitleidigen, spöttischen Gesichter der Leute.
Ich versuche in einem Buch zu lesen, ohne den Sinn der Worte wirklich zu verstehen.
Meine innere Stimme lässt mir keine Ruhe.
Wie ein vorlautes Kind raubt sie mir die Nerven.
Unablässig gehe ich im Zimmer auf und ab.
Die Unruhe hat von mir Besitz ergriffen, wird von Minute zu Minute größer und selbst das Zappen durch die Fernsehprogramme kann sie nicht vertreiben.
Mir ist kalt, obwohl wir Juli haben.
Wieder sehe ich in den Spiegel, kann mich schon nicht mehr erkennen.
Gefühle blieben vor der Tür und ich frage mich, ob das alles den Preis wert ist.
Ich weiß genau, die Zeit für Veränderungen ist gekommen, doch die Gewissheit hält mich zurück, ich werde allein sein mit meinen Zielen.
Genies und Träumer waren schon immer allein.
Die Menschen sind wie Sandkörner in der Wüste. Der Wind bläst alle in dieselbe Richtung und kaum eines macht den Versuch, diesen Weg zu verlassen, nur um seiner selbst Willen.
Wieder sehe ich in den Spiegel.
Er zeigt mir mein Zimmer, doch mich zeigt er nicht mehr.
Ich habe mich verloren, irgendwann, irgendwo.