Fünf Etagen bis zum Glück

In unserer Straße steht ein Haus aus rot gebrannten Steinen.
Wenn ich an ihm vorübergehe, dann tue ich dort verweilen.
Ich stelle mir vor, ich gehe durch die reich verzierte, geschnitzte Haustür.
Im Parterre wohnt das leise Lächeln. Es freut sich über jede Kleinigkeit und gibt seine Fröhlichkeit an seine Mitmenschen weiter. Es nickt mir aufmunternd zu und sein Blick schickt mich in die erste Etage.
Dort öffnet mir die Höflichkeit ihre Tür und gewährt mir einen Blick in ihr Heim. Ein Guten Tag begrüßt mich und die Kleinen Bitte und Danke schauen neugierig hinter ihm hervor. Das nette Auf Wiedersehen geleitet mich eine Treppe höher in die zweite Etage.
Hier wohnt die dicke Mutter Freundlichkeit. Sie begrüßt mich auf das Herzlichste und schiebt mich weiter in das dritte Stockwerk.
Da lebt Familie Hilfsbereitschaft. Schon kommt mir der Filius entgegen und hilft mir mit den schweren Taschen, während sein Vater mir sehr nett den Weg in die vierte Etage zeigt. Zum Abschied drückt er mir eine Flasche Grand Cru in die Hand.
Hinter der Tür in der Wohnung über der der Familie Hilfsbereitschaft höre ich angeregte Gespräche unter Freunden.
Hier bin ich richtig. Hier wohnt das Fräulein Freundschaft. Ich kenne sie schon sehr lange. Mit den besten Wünschen der Bewohner aus den unteren Etagen überreiche ich ihr den Wein.
Im Laufe des Abends komme ich mit ihr näher ins Gespräch und wir treffen uns später in der fünften Etage wieder, der Etage, in der die Liebe wohnt.
So in etwa könnte es sein.
Aber man muss den Bewohnern aller Etagen einen Besuch abgestattet haben, um in der letzten, fünften Etage Einlass gewährt zu bekommen.